Chronologie BDA-Preis
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LAUDATIO zum BDA-Preis 2010

Für mich ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis hier im Hause am Fachbereich Architektur der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Reichenbach zu Gast zu sein.

2007 vergab ich hier den BDA . Nachwuchsförderpreis, konnte 1 Jahr später an dieser Stelle aus meinem eigenen Schaffen berichten, und zudem unterstützt unser Landesverband  mit einem kleinen Beitrag die hiesige erfolgreiche Vortragsreihe.

Heute habe ich als Landesvorsitzende des BDA Sachsen die schöne Aufgabe die Auszeichnungen für den BDA Architekturpreis Sachsen, den mittlerweile 7. seit unserer Wiedergründung im Jahr 1991 vorzunehmen.

Der BDA-Preis unseres Landesverbandes – eine Erfolgsgeschichte, die einmal mehr auf die Potentiale der Architektur im Land aufmerksam und neugierig macht und über die Grenzen trägt, national bedeutend wird, dass sich Sachsen, was zeitgenössische Architektur betrifft, aber auch sein Umgang mit historischer Bausubstanz, seinen Denkmälern und damit seiner Geschichte überall  bestens sehen lassen kann.

Wir als Architekten sind der Gestaltung der Umwelt verpflichtet. Im Mittelpunkt von Planen und Bauen steht das Herstellen neuer Wirklichkeiten als Referenz und Berücksichtigung zum Vorhandenen. Es geht um Erhaltung der Qualität gebauter Umwelt und die Fortentwicklung von Räumen von und für den Menschen. Unser Werk ist nicht daran zu messen, wie einzigartig, wie originell es ist, sondern daran ob es den Menschen gut tut, die damit und darin leben. Ingeborg Flagge sagte mal: „...ihn wie eine 2. Haut umgibt“. In unserer Arbeit zeigt sich am originärsten die Wechselwirkung zwischen Umweltnutzung und Lebensstilen, sozialen Strukturen und den Bedürfnissen, Arbeits- und Konsumgewohnheiten. Sie ist umfassend zu begreifen. Mit dem Wissen und dem Talent ist der Berufsstand wie kein zweiter in der Lage die Qualität der gebauten Umwelt zu gestalten. Ob er dies verständlich tut?

Lyrik, zeitgenössische Musik oder Malerei ist für viele unverständlich. Es muss zunächst also nicht beunruhigen, das die moderne Formensprache nicht jedermann zugänglich ist. Doch wird heute von unserer Zunft auch oft die Form um ihrer selbst willen gebaut. Meist ist sie leer, ohne Aussage. Architektur genügt sich nicht selbst, sie entsteht aus etwas, was mehr als die Summe seiner Teile ist. Bauten müssen von den Menschen als Bereicherung ihrer Städte und ihres Lebens erkannt werden, dann verdienen sie erst diese Bezeichnung.

Barock statt Modern, schön statt kalt, Schloss und Kirche statt was auch immer. Hauptsache Schloss und Kirche. Nichts wird heftiger gefordert, als die Wiederauferstehung geistlicher und weltlicher Paläste. Man will es ja - sein bissel Gemütlichkeit in dieser anonymen Welt.

Architektur ist dort, wo sie nicht belanglos sein will, untrennbar mit der Gesellschaft verbunden. Sie hat die Aufgabe, die an sie gestellten Fragen zu beantworten. Über die gesellschaftliche, ökonomische und technologische Auseinandersetzung muss sie Perspektiven für deren Verbesserung eröffnen und diese kulturelle Dimension kritisch begleiten.

Architekten werden gebraucht, wenn es um die Lebensqualität der Menschen geht, um ihr Recht auf Glück.

Architektur muss den kurzlebigen Trends entgegen stehen, mit einer Ästhetik, die zwar dem Geist ihrer Epoche entspricht, zugleich aber an die Vergangenheit anknüpft und in die Zukunft weist. Einer Umwelt, die unentwegt ein Bombardement von Reizen, Bildern und Geräuschen veranstaltet, muss sich das Bauen widersetzen. Anstelle von inszenierten Augenblickserlebnissen, die sich an den Wirkungsmechanismen der Medien orientieren und damit zum passiven Konsumieren animieren, muss sie Orte schaffen, wo sich die Sinne ausruhen können und Nachdenken, ja Kontemplation, angeregt wird.

Das Bauen muss sich nicht ständig von Grund auf erneuern, jeden Montag eine neue bahnbrechende Grundhaltung erfinden. Es ist viel zu Vieles neu, und viel zuviel ist es ohne Grund. Dort, wo ein Bauwerk, ein Stück Stadt, ein Garten oder ein Interieur gelungen scheint, uns zum Ort wird, Halt und Heimat gibt, hat sich ein Architekt und Stadtplaner unserer Umwelt in ganz besonderer Weise verpflichtet. Da, wo über das gewöhnliche Maß hinaus das anvertraute Kapital für etwas besonders genutzt wurde – Brauchbarkeit, Gestalt und Form, hat ein Architekt Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt übernommen. Diesem Geltungsanspruche, meine Damen und Herrn, fühlen wir uns verpflichtet. Es ist von Vorteil, mit einem Architekten zu bauen. Man erhält Mehrwert, Architektenplanung ist schlicht mehr wert.

Wir entwerfen ein Haus eingebettet in seine Umgebung, geben ihm Gestalt und angemessenen Ausdruck, berücksichtigen funktionale Anforderungen, arbeiten nachhaltig, betrachten den Lebenszyklus, kümmern uns um das Verhältnis von Detail zum Ganzen, Raum- und Tageslichtwirkung, geben ihm eine Identität, eine Persönlichkeit. Doch ohne den Mut eines verantwortungsbewussten Bauherrn sich gegen eine Tür im Landhausstil zu entscheiden, gegen ein Friesenhaus mitten in den Höhenlagen des Vogtlandes oder gegen eine Neumarktrepliken, sind wir verloren. Seine Vorgaben, sein Verständnis und Entscheidungen beeinflussen maßgeblich das Werk...nur gemeinsam kann man Baukultur begründen.

Louis I. Kahn sagte 1961: "Ich erwarte einen würdigen Bau für eine würdige Tätigkeit des Menschen."

Architektur kann nicht den Himmel auf Erden schaffen, aber Architekten können menschliche Städte, menschliche Häuser bauen. Dieser Satz prägte einmal Johannes Rau.

Der BDA vereinigt ca. 4500 berufene Architekten Deutschlandweit, die als Freiberufler eigenverantwortlich und unabhängig ihre Leistung erbringen. Bernhard Below, Architekt schrieb am Abend des 21.Juni 1903 aus Frankfurt an seine 12- jährige Tochter Dodo: „Ich habe eben den Bund Deutscher Architekten gegründet, der hoffentlich für immer bestehen bleiben wird“. Dem Kölner Bauinspektor war die historische Tragweite des Unterfangens offenbar bewusst: Auch nach über hundert Jahren gibt es den BDA – und er hat sich in diesem Jahrhundert zur prägendsten Architektenvereinigung in Deutschland entwickelt.

Schon 1904 hat der BDA im Manifest „Was wir wollen!“ seine künftigen Handlungsfelder beschrieben: Den Schutz der „künstlerisch schaffenden“ freien Architekten, ...die Förderung der Baukunst, ... die Stabilisierung des Wettbewerbswesens,... die Verbesserung der Ausbildung der Architektenschaft und – nicht zuletzt – die Etablierung des Kürzels „BDA“ als Gütesiegel für gute Architektur.

Bis heute ist die Basis des öffentlichen Eintretens des BDA für ideelle architektur- und berufspolitische Ziele eine gemeinsame Grundhaltung und die persönliche Verbundenheit der Mitglieder untereinander. Der Kernsatz unseres Statutes lautet nach wie vor: Der Bund Deutscher Architekten BDA fördert die Qualität des Planen und Bauens in Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt.

Der Architekturpreis des BDA- Sachsen wird mit dem Ziel vergeben, den Anspruch der Architektur der in den letzten Jahren errichteten und revitalisierten Gebäude und städtebaulichen Anlagen als Ausdruck des kulturellen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses zu begreifen. Er soll dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für die qualitätsvolle Gestaltung unserer Umwelt zu schärfen und Maßstäbe in der Architekturentwicklung zu setzen. Diese Auszeichnung gilt der gemeinsamen Leistung und dem persönlichen Engagement von Bauherrn und Architekten. Sie besteht aus einer am Objekt anzubringenden Plakette und je einer Urkunde. Die Preisträger nehmen als sächsische Delegierte an dem großen bundesweiten Wettbewerb aller Wettbewerbe zur Verleihung der Nike teil.

Die Jury des 7.BDA Architekturpreis Sachsen 2010 wählte aus 63 Arbeiten 10 Arbeiten für 2 Kategorien jeweils gleichrangig aus. Wohl war kein leichtes Unterfangen in Anbetracht der ungemeinen Dichte an Qualität in diesem Jahr, die verschiedensten Themen in unterschiedlichen Dimensionen, Ihre suche nach geeigneten Antworten auf Probleme und Besonderheiten des Ortes, der Funktionen

Die Jury

- Prof. Dr. Georg Unland, Sächsischer Staatsminister der Finanzen

- Prof. Florian Nagler, Architekt, München, Preisgerichtsvorsitzender

- Prof. Michael Schumacher, Architekt, Frankfurt/Main

- Gerhard Matzig, Architekturkritiker und Ressortleiter bei der SZ München

und ich als Landesvorsitzender des BDA Sachsen

haben am letzten Samstag viel diskutiert, leidenschaftlich gestritten, abgewogen und sind in Ausscheidungsrundgängen zu einem Urteil gelangt. Kriterien waren nicht nur die Vitruv`schen klassischen Kategorien wie funktionale Tauglichkeit, richtige Technik, Schönheit (Regeln der Proportion), sondern auch solche Fragen:

- Wie nachhaltig ist die Architektur?

- Ist das Gebäude in Struktur, Bauweise, Materialwahl und Gestalt angemessen bezogen auf die Funktion, die es erfüllen soll?'

- Zeigt es Achtung vor der Geschichte?

Wir haben uns von einem Zitat Oswald Mathias Ungers leiten lassen, ein Zitat aus seinem Berufungsvortrag 1963  an der TU Berlin: "Ein Architekt kann technisch noch so versiert sein, er kann gut funktionierende Details erfinden, er kann sich noch so viele technische Details ausdenken, seine Bauten in den wertvollsten Materialien ausführen und seine Fassade broncieren oder gar vergolden, wenn er nicht in der Lage ist seinen Werken einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen und ein Erlebnis seiner Phantasie zu vermitteln – mit anderen Worten – seinen Bauten einen geistigen Inhalt zu geben, so wird er zwar ein handwerklich sauberes und gutes, aber ein banales Haus bauen"

Die gezeigten Gebäude, Gestaltungen machen darauf aufmerksam, dass Architekten bemerkenswerte Lösungen für die Belange der Gegenwart anzubieten haben und mit ihren eigenen Beiträgen auch etwas über unsere Zeit aussagen bzw. an nachfolgende Generationen übermitteln.

Ich würde mich freuen, wenn Sie an einigen dargestellten Objekten verweilen, zu lesen beginnen und Fragen stellen. Die Ausstellung mit den Bildern und den Texten wird diese nur ansatzweise beantworten können. Also könnte der Wunsch entstehen sich auf die Reise zu machen, um das eine oder andere Bauwerk real zu sehen, Vielleicht klingeln sie sogar, um einen Blick nach Innen zu erbitten. Dann entsteht vielleicht ein Gespräch und Architektur fängt an zu sprechen. So beladen mit Anschauungen und Eindrücken entstehen neue Fragen. Sie können auch den Architekten um Rat fragen und seine Antworten werden nicht alles beantworten. Baukultur wächst nur in der Anschauung der Bauwerke und in der Begegnung mit den Bauherrn, den Nutzern und den Architekten.

Tue Gutes und rede darüber.

Wie schon bei den letzten 2 Editionen zu den Preisen 2004 und 2007 haben wir uns auch dieses mal wieder für das herum erzählen via Postkarten entschieden. An 570 Stellen im Land von der Szenekneipe bis zur Semperoper verteilen wir in den nächsten Wochen ca. 90.000 Karten. 3. Preise und 7. Anerkennungen ergeben 10 Motive zu guter Architektur, zum Sammeln, zum Verschicken, zum darüber reden und hoffentlich zum Nachdenken.

Bauen bedeutet Optimismus. Es ist der Glaube an die Zukunft, der sich hinter einem Bauentschluss verbirgt. Bauen heißt positiv denken, nach vorne sehen, Zukunft wollen. Wollen wir die Zukunft gewinnen, müssen wir bauen. Diesen Optimismus wünsche ich Ihnen und uns und der Ausstellung und den folgenden in Leipzig, Chemnitz und Dresden viele Aufmerksamkeit und Besucher.

 

Ronald Wanderer

 

 

PREISTRÄGER BDA-PREIS SACHSEN 2010

 

Trainingszentrum der Polizeidirektion in Chemnitz

Architekt: Arbeitsgemeinschaft Knoche / Neumann Architekten BDA, Leipzig, Plauen

Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch SIB NL Chemnitz

Ort: Max-Saupe-Strasse 45, 09131 Chemnitz

Der eingeschossige, quaderförmige Neubau dient vor allem der Unterbringung von Schießbahnen zu Trainingszwecken. Das Haus ist also der Wehrhaftigkeit der Demokratie verpflichtet und zeigt dies auch nach außen hin. Allerdings brüskiert die Architektur nicht mit abweisender Rhetorik, sondern überzeugt durch ein feinfühlig und intelligent eingesetztes Vokabular. Die Balance aus einer kraftvoll inszenierten dunklen Fassade und hellen, um einen freundlich wirkenden Innenhof modulierten Räumen ist geglückt. Das Gebäude ist so funktional wie zeichenhaft gestaltet. Es schafft Präsenz und verdeutlicht so die Aufgabe von Architektur als identitätsstiftende Instanz.

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Giraffen- und Zebraanlage, Zoologischer Garten Dresden

Architekt: Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten, Dresden

Bauherr: Zoo Dresden GmbH

Ort: Tiergartenstraße 1, 01219 Dresden

Das in zwei Bauteile gegliederte Tierhaus für Giraffen und Zebras organisiert die organisch ausformulierten Grundrisse mit großem Geschick. Dem entspricht auch die einfühlsame Situierung des Ensembles im Park. Auf diese Weise verzahnen sich Außen- und Innenraum, die eindrucksvolle Parklandschaft nimmt die neuen Baulichkeiten als Selbstverständlichkeit an. Die zurückhaltende und dennoch phantasievolle Fassadengestaltung der vertikalen Holzlamellen erscheint angemessen. Das an sich bescheidene Projekt zeigt, dass Stimmigkeit und Anspruch nicht von Größe abhängen.

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Museum Gunzenhauser in Chemnitz

Architekt: Staab Architekten GmbH, Berlin

Bauherr: Stiftung Gunzenhauser, Berlin

Ort: Stollbergerstraße 2, 09119 Chemnitz

Der Umbau eines Bankhauses aus den zwanziger Jahren zu einem zeitgenössisch verstandenen Kunstmuseum ist eine große transformatorische Herausforderung. Die räumlichen Qualitäten des Altbaus wurden gewürdigt, die neuen baulichen Eingriffe beschränken sich auf ein Minimum. Gleichwohl, und darin besteht die außerordentliche Leistung der Architekten, hat das kraftvoll wirkende Gebäude zu einer völlig neuen, eigenständigen und auch in den Stadtraum wirkenden Charakteristik gefunden. Allerdings nicht zu Lasten der Kunstwerke und der Kunstvermittlung, sondern im Gegenteil: in dienender Weise. Die Neuinterpretation belegt auf vorbildliche Weise die architektonischen Möglichkeiten von Umbaumaßnahmen und illustriert somit eine der drängenden Bauaufgaben der Zukunft.

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ANERKENNUNGEN

 

Rettungszentrum Radebeul - Bauteil Feuerwehr

Architekt: Pussert Kosch Architekten, Dresden

Bauherr: Große Kreisstadt Radebeul

Ort: Wilhelm Eichler Straße 36, 01445 Radebeul

Baukultur ist ein wichtiges Anliegen. Hier sieht man beispielhaft, was damit gemeint ist. Ein reiner Zweckbau für die Feuerwehr und das technische Hilfswerk wird durch die Organisations- und Kompositionsqualitäten der Architekten zu einem eleganten Stück Stadtraum, sehr selbstverständlich und sehr schön.

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Schloss Freudenstein Freiberg, Umbau zum Sächsischen Bergarchiv und mineralogische Sammlung

Architekt: AFF Architekten, Berlin

Bauherr: Stadt Freiberg

Ort: Schloßplatz 4, 09599 Freiberg

Das Erhalten und Umnutzen von Schlössern ist zeitgenössische Kulturarbeit. Es kommt darauf an, die Vergangenheit lebendig zu halten und aus den Bedingungen der Gegenwart neue Akzente zu setzen. Und genau das machen die Architekten einerseits durch sorgfältige Analyse des Vorhandenen und andererseits durch architektonischen Erfindungsreichtum. Es entsteht eine Synthese, die Lust auf die Ausstellung und den Besuch des Archivs macht. 

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Centrum-Galerie Dresden

Architekt: Peter Kulka Architektur Dresden GmbH

Bauherr: Multi Development Dresden GmbH

Ort: Prager Straße 15, 01069 Dresden

Wenn man weiß, welchen Bedingungen und welchen Zwängen die Planung von Einkaufszentren unterliegt, kann man die Leistung der Architekten gar nicht hoch genug schätzen, einen starken, konzentrierten Innenraum als Mitte des Einkaufszentrums geschaffen zu haben, der nicht unter der „überbordenden optischen Last“ der Werbeflächen und Schaufenster zerbricht. Überraschenderweise gelingt dies mittels eines seriell eingesetzten Ornaments in Kombination mit wandelbarer Hinterleuchtung sowohl spielerisch, als gleichzeitig auch völlig klar.

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Institut für Physik TU Chemnitz

Architekt: Rohdecan Architekten GmbH, Dresden

Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch SIB NL Chemnitz

Ort: Reichenhainerstraße 70, 09126 Chemnitz

Das kräftige Gebäude wird durch seine Setzung und präzise Baukörperausbildung durchaus dem Anspruch gerecht, nicht nur jetzt einen Fixpunkt im heterogenen städtischen Umfeld bilden zu können, sondern darüber hinaus auch ein beispielgebender, erster Baustein für den im Umfeld geplanten Technologiecampus sein zu können. Baukörper, Fassadengestaltung und Detailausbildung sind in bemerkenswerter Konsequenz stimmig und kompromisslos durchgehalten.

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Nie 14

Architekt: Zanderarchitekten, Dresden

Bauherr: Nieritz 14 GbR, Dresden

Ort: Nieritzstraße 14, 01097 Dresden

Die Verfasser treten dem denkmalgeschützten klassizistischen Bau in der Dresdner Neustadt mit großem Respekt entgegen. Behutsam und gelassen sanieren sie das stattliche Gebäude, fügen nur weniges, dies jedoch präzise hinzu. Das Preisgericht möchte besonders die Zurückhaltung, mit der die Architekten zu Werke gingen würdigen und die Tatsache, dass sie sich selbst und ihr eigenes Ego beim Umgang mit dem Bestand nicht in den Vordergrund gespielt haben.

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Sonderlabore der Universität Leipzig

Architekt: Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig

Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch SIB NL Leipzig 2

Ort: Stephanstraße 24, 04103 Leipzig

Der Baukörper besetzt wohltuend zurückhaltend, aber punktgenau die Ecke zweier Straßen. In dem doch gestalterisch lauten Umfeld der gegenüberliegenden Klinikneubauten. Durch eine reduzierte zeitgemäße Ausformulierung der angrenzenden Sockel-Sturz und Trauflinien tritt der Baukörper nicht in Konkurrenz zu den gründerzeitlichen Nachbarn und möchte nicht mehr darstellen, als was die Nutzung in seinem Inneren vorgibt. Ohne auf die sonst übliche technische Erscheinung solcher Bauaufgaben zurück zu greifen, ist den Architekten eine richtungsweisende Weiterentwicklung im städtischen Kontext gelungen.

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Hochschulbibliothek und Medienzentrum der HTWK Leipzig

Architekt: Leon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin

Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch SIB, NL Leipzig 2

Ort: Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig

Der skulpturale Stadtbaustein markiert den Abschluss zurückgesetzter Hochschulsolitäre der Magistrale zum städtischen Blockrand und schafft durch das Ausschneiden der unteren Geschosse eine selbstverständliche Fortsetzung der Baufluchten der Nebenstraße. Der repräsentative Hauptzugang bildet als offenes Stadtfoyer die Verbindung zum vergeistigten Inneren. Fenster als ausgestanzte, inszenierte Öffnungen verweben beide Bereiche und schaffen mit dem differenzierten Raum- und Sichtangebot für die Bibliotheksbenutzer eine hohe Aufenthalts- und Studienqualität. Es ist ein überzeugender Beitrag zur verdichtenden Stadtreparatur mit einer hoch komplexen Funktion.

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